Hör' doch mal!

Der Alltag sieht in jeder Familie anders aus. Und jeder Mensch ist anders. Umso schwieriger ist es, bei Problemen schnelle Hilfe zu leisten oder Ratschläge zu geben. Wenn es bei deinem Kind mal hakt, könnt ihr beide davon profitieren, wenn du aktiv zuhörst.


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Foto: Canva

Es ist ein Konflikt, den auch du sicher schon erlebt hast: dein Kind ist frustriert von der Schule nach Hause gekommen. Es gab zum Beispiel Streit mit dem Banknachbarn. Die Stimmung ist schlecht und dein Kind will am liebsten am nächsten Tag gar nicht mehr in die Schule gehen. Du versuchst, dein Kind zu trösten, bist aber angespannt, weil du viele andere, eigene To-Dos im Kopf hast (die Wäsche ist noch nicht gewaschen, es ist nichts mehr zu Essen im Haus, auf dem Schreibtisch wartet die Steuererklärung,...).


Was passiert?

Deine Anspannung überträgt sich auf dein Kind und es ist folglich auch angespannt und die Situation spitzt sich zu. Dein Versuch, dein Kind zu trösten, kommt nicht richtig an, weil du eigentlich gar keine Zeit und keine Nerven dafür hast. Du willst schnell aus der Situation und das Problem herunterspielen. Was dann leider ganz oft passiert (meistens unbewusst) ist, dass Eltern ihr Kind ermahnen, belehren, vielleicht sogar drohen oder die Situation belächeln. Das kann nur schief gehen. Viel besser und schneller kommt ihr aus der Situation, wenn du deinem Kind aktiv zuhörst.


Was macht aktives Zuhören aus?
  • Nonverbale Signale, zum Beispiel Zuhören, Zunicken,...

  • Volle Aufmerksamkeit durch Augenkontakt, Körper zugewandt

  • Gefühle werden gesehen und angesprochen

Durch dieses Verhalten fühlt sich dein Kind wohl und verstanden. Durch gezieltes Fragen, kannst du herausfinden, wo tatsächlich der Schuh drückt. Vielen Kindern fällt es schwer, den Grund für ihre momentane Wut/Frust etc. genau zu benennen. Folgende Formulierung kannst du versuchen:


"Du bist/du fühlst dich gerade __________________, weil/wenn ________________?"



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Ein Beispiel: Dein Kind sagt: "Mathe ist doof! Ich mag nie mehr Mathe machen."

Du könntest fragen: "Bist du frustriert, weil du die Aufgaben nicht verstehst? Kann ich dir helfen?"

Dein Kind antwortet: "Nein, ich bin wütend, weil Tim mich die ganze Zeit abgelenkt und gekichert hat, als der Lehrer mich zum Rechnen an die Tafel geholt hat und da ist mir ein Fehler passiert."



Manchmal wirst du mehrere Nachfragen brauchen. Aber wenn dein Kind merkt, dass dein Interesse echt ist, vertraut es dir und wird deine Annahme korrigieren. Und ihr könnt gemeinsam eine Lösung für die Situation überlegen. Das ist auch viel besser, als wenn du deinem Kind eine Lösung überstülpst. Kinder wollen mitentscheiden!


Was du durch aktives Zuhören lernen kannst

Aktives Zuhören hilft nicht nur deinem Kind aus einer unschönen Stimmung/Situation, sondern du lernst auch dein Kind immer ein Stückchen besser kennen:

  • Was beschäftigt dein Kind?

  • Weshalb verhält es sich so?

  • Was ist passiert?

  • Wie kannst du helfen?

Du wirst merken, dass du durch aktives Zuhören eure Eltern-Kind-Beziehung positiv stärken kannst.


Merke: Ein bestimmtes Verhalten deines Kindes hat immer eine Ursache, der wir auf den Grund gehen sollten. Dein Kind kann sich vielleicht nur noch nicht anders ausdrücken.

Daher ist es immer auch gut, zwischen den Zeilen lesen und hören (!) zu können, damit wir unsere Kinder besser verstehen können.


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