Nutzt dein Kind eine Lerntechnik?

Ganz ehrlich, als ich in der Schule war, hat mir niemand etwas von Lerntechniken erzählt. Aber was ist eine Lerntechnik überhaupt und wozu soll die gut sein? Reicht es nicht, sich mit dem Lernen ansich abzumühen, braucht es da noch eine spezielle Technik? Ich sage: JA!


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Foto: Svens Bildwerke


Ich hab damals meine Vokabeln mal mit Karteikarten gelernt, weil ein Lateinlehrer das für sinnvoll hielt. Wie das aber genau mit den Wiederholungen geht und warum die so wichtig sind, das hat mir niemand gezeigt. Und dass ich Karteikarten auch für andere Fremdsprachen und andere Themen nutzen kann, das habe ich erst viiiiel später kapiert. Sonstige Lerntechniken? Fehlanzeige!


Seit ich meine Ausbildung zum Lerncoach gemacht habe, rücken Lerntechniken stetig bei mir in den Vordergrund und ich habe sie kennen- und schätzen gelernt. Immer wieder habe ich gedacht: „Hätte mir das mal jemand früher erzählt, wie das mit den Loci-Listen usw. funktionert. Dann hätte ich mich in meiner Schulzeit nicht so lange mit dem Auswendiglernen quälen müssen.“

Tja, in der Schule bin ich schon lange nicht mehr. Dafür freue ich mich heute, wenn ich so manche Lerntechnik für mich nutzen kann und noch mehr, wenn ich sie Kindern an die Hand geben kann.



Warum ist es gut, mit Lerntechniken zu arbeiten? Was macht das mit dem Gehirn?

Unser Gehirn liebt Ordnung und Struktur. Und die kann eine Lerntechnik geben. Stelle dir dein Gehirn mal als riesiges Archiv mit mehr 1000 Schubladen vor. Sind diese Schubladen kreuz und quer mit irgendwelchen zusammenhanglosen Inhalten gefüllt, kannst du das Wissen daraus nur schwer wieder abrufen. Sind die Lerninhalte aber nach einem System geordnet/strukturiert, findest du sie viel leichter wieder und kannst schnell Zusammenhänge herstellen, neues Wissen an Vorhandenes andocken usw. In der Mathematik spricht man vom sogenannten „Chunking“. Durch das Herstellen von Gemeinsamkeiten, die Einteilung in Kategorien, vom Allgemeinen zum Spezifischen etc., können wir neuen Lernstoff an bereits Gelerntes anknüpfen und uns so ein gigantisches Wissensnetzwerk aufbauen.


Aber wie?

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Foto: Omar Flores/unsplash

Da gibt es leider nicht DIE eine Methode. Denn jeder lernt anders. Auch jedes Kind lernt anders, auch Deins. Im Lerncoaching versuche ich die Vorlieben des Lernkindes herauszufinden, um ihm dann eine möglichst passende Lerntechnik vorzuschlagen. Die kann je nach Lerntyp total unterschiedlich ausfallen. In Büchern und im Internet tummelt sich ein regelrechter Dschungel an verschiedenen Lerntechniken. Es ist gar nicht so einfach, da die richtige Methode zu finden.


Es kommt natürlich auch darauf an, was mit einer Lerntechnik erreicht werden soll. Will dein Kind sich Zahlen/Daten/Fakten leichter einprägen, oder sucht es eine Hilfe fürs Vokabeln lernen oder möchte es den Inhalt von Texten leichter erfassen, eine Technik für mehr Konzentration oder Motivation? Du merkst schon, da gibt es jede Menge Unterschiede.


Wichtig finde ich, dass dein Kind offen ist, Neues auszuprobieren und sich nicht an EINE Lerntechnik klammert. Und: eine neue Lerntechnik braucht ein bisschen Übung und klappt nicht von heute auf morgen. Ich finde aber, dass es sich auf jeden Fall lohnt.

Wenn deinem Kind dadurch das Lernen leichter fällt, das Lernen schneller und nachhaltiger geht und Struktur statt Chaos herrscht, ist dadurch viel gewonnen, oder?


Auf meinem Instagram-Account teile ich regelmäßig Tipps zum leichteren Lernen und stelle immer mal wieder verschiedene Lerntechniken vor.

Folge mir gern auf @kopfsache_lerncoaching





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