Mut zur Veränderung!

Wenn es mit dem Lernen nicht so klappt, wie dein Kind es sich vorstellt, wird der Wunsch nach Veränderung laut. Aber damit man etwas ändern kann, sollte sich dein Kind erst mal seiner Stärken und Schwächen bewusst werden. Versucht doch am besten mal gemeinsam, eine Liste zu erstellen, was dein Kind gut kann und wo noch „Luft nach oben“ ist. Oft gibt allein die Beschäftigung mit der Frage nach den Stärken und Schwächen schon Aufschluss über mögliche Veränderungsschritte.



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(Foto: Sammie Chaffin/unsplash)


Schaut mal mit der Lupe auf die einzelnen Schulfächer: welche Fächer mag dein Kind besonders und woran könnte das liegen bzw. welche Fächer mag dein Kind überhaupt nicht und was könnten die Gründe dafür sein? Die Gründe für oder gegen ein Schulfach können sooo unterschiedlich sein!


Geht der Ursache auf den Grund

Manche Kinder finden ein Schulfach doof, weil sie mit der Lehrkraft nicht klarkommen. Mache deinem Kind Mut, dass der Lehrer oder die Lehrerin spätestens nach zwei Jahren wechselt. Es ist zwar für dein Kind vielleicht schwer zu begreifen, aber es ist auch ein guter und sinnvoller Lernprozess, mit Personen klarzukommen, die einem unsympathisch sind. Formuliere doch so Sätze wie „Herr Mustermann ist doof, es ist der blödeste Lehrer der Schule“ um in: „Na, da hat Herr Mustermann doch wahnsinniges Glück, dass er dich unterrichten darf!“


Die Fabel von der Schule der Tiere

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(Foto: Margot Noyelle/unsplash)

Es gab einmal eine Zeit, da hatten die Tiere eine Schule. Der Unterricht bestand aus Rennen, Klettern, Fliegen und Schwimmen. Alle Tiere wurden in allen Fächern unterrichtet.

Die Ente war gut im Schwimmen, besser sogar als der Lehrer. Im Fliegen war sie durchschnittlich. Aber im Rennen war sie ein besonders hoffnungsloser Fall. Da sie in diesem Fach so schlechte Bewertungen hatte, musste sie nachsitzen. All ihre Energie wurde auf das Rennen fokussiert. Sie musste sogar den Schwimmunterricht ausfallen lassen, um das Rennen zu üben. Das tat sie so lange, bis sie im Schwimmen nur noch durchschnittlich war. Durchschnittliche Noten waren jedoch akzeptabel, darum machte sich niemand Gedanken darum. Außer die Ente, die sehr traurig über ihre Leistungen war. Das Kaninchen traf es noch schlimmer. Es war anfänglich im Laufen an der Spitze der Klasse. Es bekam aber einen Nervenzusammenbruch und musste von der Schule abgehen – wegen des vielen Nachhilfeunterrichts im Schwimmen.

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(Foto: Richard Lee/unsplash)

Das Eichhörnchen war Klassenbester im Klettern. Aber sein Fluglehrer ließ ihn seine Flugstunden am Boden beginnen, anstatt vom Baumwipfel herunter. Es bekam Muskelkater durch Überanstrengung bei den Startübungen und immer mehr mittelmäßige Zensuren im Klettern und mangelhafte im Rennen. Die mit dem Sinn für’s Praktische begabten Präriehunde gaben ihre Jungen zum Dachs in die Lehre, als die Schulbehörde es ablehnte, Buddeln in den Unterricht aufzunehmen. Am Ende des Jahres hielt ein anomaler Aal, der gut schwimmen und durch seine Aalglätte etwas rennen, etwas klettern und etwas fliegen konnte, als Schulbester die Schlussansprache.




Dein Kind muss nicht in allen Fächern gut sein

Wenn Eltern bei mir ein Coaching anfragen, beginnt das Gespräch meistens mit „mein Kind hat Probleme in Fach X, kann sich schlecht konzentrieren und kann nicht selbstständig arbeiten“ usw. D.h. der Fokus liegt darauf, alle Schwächen aufzuzählen und das gelingt den meisten auch leicht. Aber was ist mit den Stärken? Oft fällt es Eltern und auch den Kindern selbst schwer, die eigenen Stärken zu benennen. Aber wenn wir mal den Fokus wirklich auf das lenken, was dein Kind schon alles kann, kommt bestimmt eine lange Liste zustande – viel länger als die Liste der Bereiche, die vielleicht noch trainiert und verbessert werden können.


Mein Tipp: Lass‘ dein Kind tatsächlich mal eine Liste machen, was es schon alles gut kann. Ihr werdet gemeinsam staunen, wie viel da in kurzer Zeit zusammenkommt. Wenn ihr das einmal in geballter Form vor euch seht, ändert sich der Blickwinkel auf die eventuellen Schwächen total.

Das ist übrigens nicht nur eine gute Übung für Schüler:innen, sondern auch für uns Erwachsene. Wir selbst machen uns auch viel zu selten bewusst, welche Stärken in uns stecken. Wetten, du wächst auch gefühlt um mindestens einen Zentimeter, wenn du dir deine Liste anschaust?




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